Rascasse Glossar Psychografische Segmentierung

Audience-Intelligence-Glossar

Was ist psychografische Segmentierung?

Psychografische Segmentierung unterteilt das Publikum danach, was die Menschen wertschätzen, woran sie glauben und wofür sie sich interessieren, und nicht danach, wie sie auf dem Papier erscheinen. Dies ist der Fall, weil sich zwei Personen mit identischen demografischen Merkmalen in der Regel überhaupt nicht gleich verhalten.

Die demografische Segmentierung gibt Aufschluss darüber, wer jemand ist; die psychografische Segmentierung versucht zu ergründen, wie diese Person ist. Letztere lässt sich in den meisten Verbraucherkategorien deutlich besser zur Vorhersage des Verhaltens heranziehen, weshalb sie sich von einem Forschungsspezialgebiet zu einem festen Bestandteil der Planungspraxis entwickelt hat.

Die üblichen Abmessungen

  • Werte — was der betreffenden Person wichtig ist: Nachhaltigkeit, Status, Sicherheit, Unabhängigkeit.
  • Interessen — womit sie sich freiwillig beschäftigen, was zugleich die Dimension ist, die sich in verhaltensbasierten Daten am unmittelbarsten beobachten lässt.
  • Lifestyle — wie sie ihren Alltag gestalten: in der Stadt oder auf dem Land, in der Familie oder als Single, routinemäßig oder unregelmäßig.
  • Einstellungen — Einstellungen zu Kategorien, Technologie, Risiken und Ausgaben.
  • Motivationen — wozu ein Kauf dient, was sich bei zwei Käufern desselben Produkts oft völlig unterscheidet.

Es messen, ohne zu fragen

Psychografische Daten wurden traditionell mittels Befragungen erhoben, wodurch sie auf Stichproben in Panelgröße beschränkt waren. Mehrere Dimensionen lassen sich zudem verhaltensbasiert ableiten: Wonach eine Zielgruppe sucht, mit welchen Marken sie sich überproportional beschäftigt, welche Veranstaltungen sie besucht und welche Medien sie nutzt – all dies beschreibt Interessen und Lebensstil recht direkt.

Interessen und Lebensstil lassen sich gut verhaltensbasiert erfassen. Werte und Motivationen werden abgeleitet und sollten als Schlussfolgerung gekennzeichnet werden – eine Zielgruppe, bei der es zu einer Überindexierung bei Fahrradmarken kommt, kann umweltbewusst, leistungsorientiert oder einfach nur radfahrbegeistert sein.

Wo die demografischen Daten nach wie vor den entscheidenden Ausschlag geben

  • Rechtliche und aufsichtsrechtliche Ausrichtung — Altersbeschränkungen sind per Definition demografischer Natur.
  • Medienkauf mit demografisch segmentiertem Inventar — Wenn die Kaufwährung demografischer Natur ist, muss ein psychografisches Segment ohnehin wieder zurückübersetzt werden.
  • Produkte für verschiedene Lebensphasen — Kategorien, die tatsächlich durch die Lebensphase und nicht durch die Lebenseinstellung bestimmt werden.
  • Kleine Proben — Psychografische Einteilung führt zu einer schnellen Fragmentierung der Zielgruppe, und Gruppen mit weniger als einigen hundert Personen sind nicht mehr stabil.

Wie Rascasse damit umgeht

Die psychografischen Dimensionen in den Rascasse-Profilen werden aus beobachtetem Verhalten – Interessenaffinitäten, Markenauftreten und Medieninteraktion – abgeleitet und nicht aus Antworten auf Befragungen; sie werden zusätzlich zu den demografischen und regionalen Ebenen dargestellt und nicht an deren Stelle. Wenn eine Dimension abgeleitet und nicht beobachtet wurde, wird dies im Profil entsprechend vermerkt.

Live-Beispiel

Psychografische Dimensionen werden in jedem Profil neben den demografischen Daten aufgeführt, und zwar im Zuschauerverzeichnis.

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