Rascasse Glossar Affinitätsindex

Audience-Intelligence-Glossar

Was ist ein Affinitätsindex?

Ein Affinitätsindex gibt an, um wie viel häufiger – oder seltener – ein bestimmtes Verhalten in einer Gruppe auftritt als in einer Referenzgruppe. Es handelt sich um die rechnerische Grundlage fast jeder Aussage der Form „Bei dieser Zielgruppe ist die Wahrscheinlichkeit, dass …, doppelt so hoch“.

Der Index ist bewusst einfach gehalten. Sein Nutzen liegt darin, dass er die Größe aus dem Vergleich herausnimmt: Eine Gruppe von 40.000 Personen und eine Gruppe von 4 Millionen können auf derselben Skala verglichen werden, da beide anhand derselben Bezugsgröße gemessen werden.

Die Formel

Affinitätsindex = (Anteil des Segments, das das Verhalten zeigt) ÷ (Anteil der Referenzpopulation, der das Verhalten zeigt)

Beispiel: 9 % der Follower eines Teams suchen nach einem Energy-Drink; 3 % der Gesamtbevölkerung tun dies → Index 3,0x (oder 300)

Für dieselbe Zahl gibt es zwei Konventionen, und deren Verwechslung ist der häufigste Fehler bei der Darstellung in Präsentationen für ein Publikum:

  • Multiplikatorenschreibweise — 1,0x ist der Ausgangswert, 2,0x bedeutet eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit. Dies ist in der digitalen und sozialen Analytik üblich.
  • Index-100-Notation — 100 ist der Ausgangswert, 200 bedeutet eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit. Dies ist der Standard in der klassischen Marktforschung und Medienplanung (MRI, TGI, AGF).
  • Es handelt sich um denselben Wert, der mit dem Faktor 100 skaliert wurde. Ein Index von 120 und eine Affinität von 1,2x beschreiben denselben Befund.

Die Wahl der Basislinie bestimmt die Antwort

Ein Index ist nur so aussagekräftig wie die Grundgesamtheit im Nenner. Dasselbe Segment kann im Vergleich zur Gesamtbevölkerung einen Index von 3,0x und im Vergleich zu Personen, die bereits Produkte dieser Kategorie kaufen, einen Index von 1,1x aufweisen. Beide Werte sind korrekt; sie beantworten unterschiedliche Fragen.

  • Nationale Basislinie Antworten auf die Frage „Ist diese Zielgruppe im Vergleich zu anderen ungewöhnlich?“ – nützlich für die Positionierung und zur Erschließung bisher unerschlossener Zielgruppen.
  • Kategorie-Ausgangswert Antworten auf die Frage „Ist diese Zielgruppe im Vergleich zu unseren bestehenden Käufern ungewöhnlich?“ – hilfreich bei der Entscheidung, wohin zusätzliche Mittel fließen sollen.
  • Ein Bericht, in dem ein Index angegeben wird, ohne dessen Basiswert zu nennen, kann nicht überprüft werden und sollte zurückgesendet werden.

Wenn ein hoher Index irreführend ist

  • Kleine Nenner. Wenn nur wenige hundert Personen in diesem Segment vertreten sind, kann bereits eine Handvoll Personen den Index von 1,0x auf 4,0x verschieben. Betrachten Sie den Index stets im Zusammenhang mit der absoluten Größe.
  • Zusammenhängende Definitionen. Die Messung der Affinität von „Fußballfans“ zu „Fußballschuhen“ ergibt eine große Zahl, die keinerlei Aussagekraft besitzt.
  • Index ohne Reichweite. Ein Index von 6,0 bei einer Zielgruppe von 12.000 Personen ist in der Regel weniger aussagekräftig als ein Index von 1,4 bei einer Zielgruppe von 4 Millionen. Der Index gibt Aufschluss über die Konzentration; er sagt nichts über die Größenordnung aus.

Wie Rascasse dies berechnet

Rascasse leitet Indizes aus anonymisierten Such- und Sozialverhalten ab und nicht aus Antworten auf Befragungen, was bedeutet, dass die Basis eine beobachtete Grundgesamtheit und kein gewichtetes Panel ist. Jede in einem Profil angegebene Affinität nennt ihre Referenzgruppe, und jedes Profil wird länderbezogen berechnet – eine Entität weist in Deutschland und in den Vereinigten Staaten unterschiedliche Indizes auf, und der deutsche Wert wird niemals als Ersatz für den amerikanischen verwendet.

Live-Beispiel

Vergleichen Sie die Affinitätsansichten für Adidas in den Vereinigten Staaten und Borussia Dortmund in Deutschland — gleiche Logik, unterschiedliche Referenzpopulationen.

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