Audience-Intelligence-Glossar
Ein Einzugsgebiet ist das geografische Gebiet, aus dem ein Standort – ein Geschäft, eine Veranstaltungsstätte, ein Stadion oder eine Filiale – tatsächlich seine Besucher anzieht. Es handelt sich dabei selten um den Kreis, der auf der ersten Folie um diesen Standort herum eingezeichnet wird.
Ein Radius geht davon aus, dass sich Menschen in alle Richtungen mit gleicher Geschwindigkeit in geraden Linien bewegen und dass keine anderen Faktoren um ihre Aufmerksamkeit konkurrieren. Nichts davon trifft zu.
Eine praktikable Regel: Das primäre Einzugsgebiet umfasst etwa 60–70 % der Besucher, das sekundäre erstreckt sich auf etwa 85–90 %. Der Rest bildet einen „Long Tail“, den keine Abgrenzung sinnvoll erfassen kann.
Die Kenntnis der Ausdehnung des Einzugsgebiets gibt Aufschluss darüber, wie viele Menschen darin leben. Sie sagt jedoch nichts darüber aus, ob es sich dabei um die richtigen Personen handelt – und zwei Standorte mit Einzugsgebieten gleicher Größe und gleicher demografischer Struktur können sich hinsichtlich der Nachfrage nach einer bestimmten Marke oder Kategorie erheblich unterscheiden.
Das Einzugsgebietskonzept lässt sich direkt auf Veranstaltungsorte und Veranstaltungen anwenden: Die Konzentration des Publikums eines Clubs rund um dessen Heimatstadt, die realistische Anziehungskraft eines Tourtermins und der mit zunehmender Entfernung vom Veranstaltungsort abnehmende Interesse verhalten sich alle wie Einzugsgebiete. Rascasse modelliert diesen Rückgang explizit, wenn es um die Ableitung von Zielgruppen auf Postleitzahlenebene für Objekte geht, deren geografische Daten ansonsten unvollständig sind.
Einzugsgebiets- und Standortanalysen sind Teil von Standortplanung; Anträge für Tourneen und Veranstaltungsorte in TourOps.